Integration von Sozialwissenschaften, Public Health, Epidemiologie und Data Science

Verbindung von empirischer und konzeptioneller Forschung mit methodischer Innovation

Zusätzlich zu der Nutzung von Routine- und Behördendaten von verschiedenen Zeitpunkten des Migrationsprozesses von Kontingentflüchtlingen werden in INTER.SECT Primärdaten durch ein migrationssensibles Survey nach der Ankunft in Deutschland erhoben. Diese drei verschiedenen Datensätze werden zusammen mit geo-referenzierten Sekundärdaten zu kleinräumigen Kontextfaktoren verknüpft. Die empirischen Forschungsaktivitäten in INTER.SECT werden begleitet von konzeptioneller Forschung zu migrationsbezogenen Unsicherheiten (Uncertainties) sowie methodischer Arbeit, die sich mit den ethischen, rechtlichen und technischen Herausforderungen der Datenverknüpfung befasst und in der Errichtung einer Forschungsinfrastruktur zur zukünftigen Nutzung münden soll. Das interdisziplinäre Projekt ist in sechs Arbeitspakete (WP) unterteilt, die im Laufe von fünf Jahren (2024-2029) umgesetzt.

Übersicht über die Arbeitspakete in INTER.SECT
Arbeitspakete
Koordination und Management (WP0)

In diesem übergreifenden Arbeitspaket werden die anderen Arbeitspakete sowie die Zusammenarbeit zwischen den Projektpartnern (Universität Bielefeld, IOM, TMF, BAMF-FDZ) koordiniert und gemanagt. Darüber hinaus wird Kontakt und Austausch mit weiteren Akteuren aus den Bereichen Policy, Zivilgesellschaft und Forschung entlang des Migrationsverlaufes auf internationaler, nationaler und subnationaler Ebene generiert, um die diversen, relevanten Perspektiven über die Projektlaufzeit hinweg zu berücksichtigen und die Translation zwischen Wissenschaft und Praxis zu gewährleisten. Ein weiteres Augenmerk dieses Arbeitspaketes liegt auf der Identifizierung und Adressierung forschungsethischer Herausforderungen in INTER.SECT.

Rechtliche Rahmenbedingungen (WP1)

In WP1 werden unter Berücksichtigung internationaler, nationaler und subnationaler Regelungen die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Verarbeitung und Verlinkung der verschiedenen Datensätze überprüft. Eine zentrale Herausforderung bestehen darin, dass bestehende Einwilligungen für die Nutzung von Behörden- und Routinedaten die Forschungsaktivitäten in INTER.SECT nicht unmittelbar abdecken. Ziel dieses Arbeitspaketes ist es daher, die rechtlichen Möglichkeiten sowie die notwendigen technischen und organisatorischen Maßnahmen für die Verlinkung der verschiedenen Datensätze zu definieren.

Datenschutzkonzept (WP2)

Die technischen und organisatorischen Maßnahmen zum Schutz der Forschungssubjekte (WP1) und die erprobten Analysemethoden (WP3) werden in einem Datenschutzkonzept synthetisiert, welches von dem Team der TMF federführend entwickelt wird. Für das Datenschutzkonzept wird ein Votum von der TMF Arbeitsgruppe Datenschutz eingeholt, das vom Gremium der unabhängigen deutschen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder anerkannt ist.

Entwicklung und Testung von Data-Linkage (WP3)

Vor dem Hintergrund der in WP1 definierten rechtlichen Rahmenbedingungen werden in WP3 bestehende Verfahren zur Verlinkung von Daten evaluiert. Sofern rechtlich zulässig, wird entweder eine datenschutzkonforme Verlinkung auf individueller Ebene durchgeführt (entweder durch direct linkage oder mithilfe kryptographischer Verfahren durch eine privacy-preserving linkage). Parallel dazu werden verteilte Analysen (distributed analysis) als Methode auf die Datensätze angewandt. Wenn die Verlinkung durchgeführt werden kann, ließen sich die Ergebnisse der Linkage und der verteilten Analysen vergleichen, wodurch INTER.SECT einen Beitrag zur Evaluierung statistischer Methoden liefern würde.

Entwicklung von Survey-Instrumenten und Primärdatenerhebung (WP4)

Bei der Primärdatenerhebung in INTER.SECT werden neu ankommende Kontingentflüchtlinge in Deutschland wiederholt im Rahmen einer Kohorte zu ihrem Gesundheitsstatus und Kontextfaktoren ihrer Wohnumgebung befragt. Hierfür werden validierte, diversitätssensible Befragungsinstrumente genutzt, deren Auswahl durch ein konzeptionelles Review zu „Unsicherheiten (Uncertainties) des Migrationsverlaufs“ informiert wird.

Analyse (WP5)

Basierend auf dem in WP1-WP3 entwickelten Datenschutzkonzept und den Data-Linkage-Strategien werden Routine- und Behördendaten mit den Primärdaten aus dem Survey (WP4) sowie öffentlich verfügbaren georeferenzierten Sekundärdaten (z.B. zu sozioökonomischen, demographischen, politischen Kontextmerkmalen) verlinkt und analysiert. Neben den Outcomes (Sterblichkeit und selbstberichtete Outcomes) werden Expositionen sowie Mediatoren und Moderatoren definiert, um die Beziehungen zwischen kontextuellen, individuellen und zeitlichen Faktoren zu erfassen. Dabei werden neben längsschnittlichen auch wiederholte querschnittliche Analyseverfahren durchgeführt.

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